Am Michaelstag – dem 29. September des Jahres 1812, war die Zeit gekommen und der Junge Kaspar Hauser erblicke in Karlsruhe das Licht der Welt. Die Freude war unbeschreiblich, lautes Jubelgeschrei begrüßte den Knaben schon an der Wiege und eine Salve von 200 Kanonenschüssen verkündigte der Residenz und dem Land die glückliche Entbindung Ihrer königlichen Hoheit von einem Erbgroßherzog. In Gegenwart des ganzen Hofes wurde sogleich ein feierliches „Te Deum“ gesungen.

Als Sohn von Stephanie de Beauharnais, der Adoptivtochter Napoleons, und des Großherzogs Karl von Baden wurde Kaspar Hauser an einem Ort geboren, der an esoterisch-okkulter, hermetischer, freimaurerischer und religiöser Symbolik wohl weltweit einzigartig dasteht: „Die Sonnenstadt Karlsruhe“.

 

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Als Karlsruhe (Carolsruhe) am 17. Juni 1715 vom Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach gegründet wurde, konnte in nur wenigen Jahren ein Plan verwirklicht werden, der in Europa und der Welt an geometrischen, topographischen, hermetischen, freimaurerischen und religiösen Gegebenheiten und Symbolen seinesgleichen sucht: Karlsruhes zentrale Straßen als kosmologisches Weltsystem mit einer symbolhaften Darstellung der Weltordnung!

Sowohl die Skizze seiner Planung im Hardtwald als auch der bekannte Thransche Gartenprospect von 1739 lassen auf einen Blick die Dreiecks-(Pyramiden-) und Kreiskonfiguration erkennen; noch heute ist diese auf der Erde wohl einmalige Stadt- und Parkanlage aus der Luft deutlich zu sehen.

Das Karlsruher Schloß steht in der Stadtmitte. Davon gehen 32 große Straßen strahlenförmig aus. Die zwei Strahlen, die in Ost-West-Richtung verlaufen, sind auffällig breiter. Südlich des Schlosses bilden die Strahlen eine Pyramide.

Diese Pyramide wird durch zwei große Querstraßen dreigeteilt! Zusammen mit den 13 Strahlen, die gleichsam um die Spitze der Pyramide ausgehen, haben wir hier die dreigeteilte Illuminatenpyramide mit dem strahlenden Auge in der Spitze. Genau in der Mitte dieser Illuminatenpyramide steht auf dem Marktplatz eine richtige Steinpyramide, das Wahrzeichen von Karlsruhe. Unter dieser Steinpyramide ist Markgraf Karl Wilhelm angeblich begraben. Auf diesem Bild unten sieht man die Pyramide, die damals jedoch noch aus Holz bestand und erst später durch eine Steinpyramide ersetzt wurde.

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Angeblich war Markgraf Karl Wilhelm ein Illuminat im Rat der 300. Die Steinpyramide steht angeblich genau am Ort, die seiner Position innerhalb des Illuminatenordens entspricht.

Suchen Sie nun auf der Karte den Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht. Ersterer liegt im linken Sockel der Pyramide, letzterer direkt links vom Pyramidenauge. Die beiden höchsten juristischen Instanzen in Deutschland sind also direkt den Illuminaten untergeordnet. Rechts vom Illuminatenauge liegt die Universität.

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Warum wurde Karlsruhe genau an seiner heutigen Position erbaut?

Um diese Frage zu beantworten, holen Sie sich eine Karte von Europa. Verbinden Sie mit einem Lineal die Steinreihen in der Bretagne mit Nantes, Troyes, Orleans, Nancy und der Kathedrale von Chartres. Die Linie geht weiter durch die Burgruine Fleckenstein, durch Bergzabern (Berg-Zauber), und durch Weisenburg (die Burg der Weisen).

 

Burgen, die auf -stein enden sind meist auf heiligen germanischen Steinen (Megalithen) erbaut.

 

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Diese Linie mündet schließlich in dem Örtchen Stein, 20 Kilometer östlich von Karlsruhe. Dort stand auf dem heutigen Hagsfeld (Feld des Gottes Hagal) der Europäische Omphalos, der durch einen gigantischen heiligen Stein gekennzeichnet war (daher auch der Name des Örtchens). Diese gerade Linie geht längs der zwei Ost-West-Strahlen genau durch das Auge unserer Illuminatenpyramide in Karlsruhe.

Alle diese Orte haben unter Esoterikern eine starke mystische Bedeutung: Sie hängen direkt oder indirekt mit der Legende von der Suche nach dem heiligen Gral (Kral) zusammen. Die Suche nach dem heiligen Gral (Kral) steht symbolisch für die Suche nach transzendentalem Wissen. Wenn die Illuminaten Karlsruhe auf der Grals- (Krals-)linie erbaut haben, unterbinden sie diese Suche bei den Europäern. Statt dessen pachten sie den Gral (Kral), also das magische Wissen alleine für sich. Daraus ergibt sich auch die zweite tiefere Bedeutung des Namens Karlsruhe. Denn Karlsruhe kann auch – verkahlt (heißt verborgen, versteckt) – als Kralsruhe gelesen werden. Es ist der Ort, wo der heilige Gral (Kral) ruht.

 

Karlsruhe, der Ort, wo die Illuminaten das magische Wissen der Europäer begruben.

 

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Auch eine interessante Sicht ist die folgende. Beachten Sie die Linie Dreieck Aachen – Walhalla – Basel mit der „Sonnenstadt“ Karlsruhe in der Mitte.

Welche Bedeutungen haben die drei Orte an den Ecken:

Basel = Hauptsitz der BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich) = Mutter-Zentralbank aller Zentralbanken = Machtzentrale des aktuellen Fiat-Finanzsystems = Sklavensystems.

Das Unterzentrum/Finanzentrum in Deutschland ist ja Frankfurt/Main (liegt auf der Linie Aachen-Walhalla), … und was finden wir in Frankfurt?

Bingo!

Die BIZ ist übrigens, wie bestimmt einige bereits wissen, von der Architektur her auch ähnlich dem Turm von Babel. Das EU-Gebäude in Brüssel sieht genauso aus. Außerdem werden in Basel auch die Spiegel-Strohmannkonten eines jeden hier auf der Erde geborenen Sklavens geführt. Hier in Basel wird also die Geburt und das Leben des Menschen verwaltet, gesteuert, ausgepresst und beherrscht.

Aachen = Krönungsstadt der römisch-deutschen Könige und Kaiser

Hier wurden also die (Be)Herrscher des deutschen Volkes ernannt bzw. die gesteuerten Marionetten oder die eingeschleusten Dunklen an die Macht gebracht.

Walhalla = Gedenkstätte in Donaustauf bei Regensburg

Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie. Wer mehr wissen möchte, besuche die entsprechende Seite und frage sich, was dort z. Bsp. eine Marmorbüste von Sophie Scholl zu suchen hat …

 

 

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So weit mal, um das Thema kurz anzusprechen, um die wichtigen Verbindungen/Kraftlinien (entsprechend von den Dunklen blockiert!) aufzuzeigen, derer es ja noch wesentlich mehr gibt, deren Aufführung hier aber den Artikel sprengen würden.

geomantie_karlsruhe_carlsruhe_jens_moeller_in_gedenkenDr. Jens Martin Möller (1942 – 2000), der Autor des Buches „Mythos einer Sonnenstadt“, aus jenem dieser Auszug über die Kraftlinien in Karlsruhe stammt, war einer der Pioniere der zeitgenössischen Geomantie. Er war vor allem durch seine geomantischen Arbeiten in der „Sonnenstadt Karlsruhe“ bekannt geworden, die ihn vermutlich, sogar ganz sicher, das Leben kosteten.

Das von ihm entdeckte und beschriebene „Pentagramm von Karlsruhe“ – eine sich über 1000 Quadratkilometer erstreckende, aus Orientierungslinien bestehende geometrische Figur im Umland von Karlsruhe – wurde zu einem der meistzitierten und -diskutierten geomantischen Konzepte Ende der 80er-Jahre im deutschsprachigen Raum.

Mit seinem 1988 erschienenen Buch „Geomantie in Mitteleuropa“ gehörte Dr. Möller mit zu den Geomantie-Pionieren in Deutschland. Seine Forschungen über das vielseitige Beziehungsgefüge von Ausrichtungslinien und Kraftlinien in Mitteleuropa hatten nachhaltigen Einfluss auf Ideen und Meinungen anderer Forscher. Bekannt und namensprägend wurde hier vor allem auch die über viele tausend Kilometer von West nach Ost verlaufende „Gralslinie“, die berühmte Orte, die im thematischen Zusammenhang mit dem Gralsmythos stehen, wie Chartres, Nantes, Orleans, Troyes, Karlsruhe, Maulbronn, Schwäbisch-Hall, Wolframseschenbach u.a., miteinander verbindet.

 

Insbesondere beschäftigte den geachteten Mikrobiologen, Gründer und Leiter der „kosmosophischen Gesellschaft“ und Herausgeber der „Zeitschrift für Kosmosophie“ auch das Leben von Kaspar Hauser, den er wie schon Rudolf Steiner vor ihm als „versprengten Atlantiden“ beschrieb.

 

die_sonne_brint_es_an_den_tag_antje_sophia_kaspar_hauser_09Ihm widmete er umfangreiche Forschungen in seinem Buch „Mythos einer Sonnenstadt“. Seit Mitte der 90er-Jahre zog sich Dr. Möller zunehmend aus der geomantischen Lehre zurück, da er seine Forschungsarbeit im Konflikt mit spirituellen Interessens-gemeinschaften sah. Wie bei jeder empirischen Forschung erscheinen heute, nachdem sich andere von Dr. Möllers Ideen haben anregen und begeistern lassen, manche seiner Thesen in anderem Licht. Dennoch ist Jens Martin Möllers Beitrag zur öffentlichen Rezeption der modernen Geomantie gerade aufgrund seines sehr persönlichen Charakters nicht hoch genug einzuschätzen und wird ihm ein bleibendes Gedenken bewahren.

(Zitiert aus dem Nachruf, abgedruckt in der Zeitschrift Hagia-Chora, Juli 2000)

Nun, höchst interessant in diesem Zusammenhang ist eindeutig, dass hier Dr. Möllers Forschungen im Konflik mit sogenannten „spirituellen Interessengemeinschaften“ standen.

In den Buch „Gespräche mit Seth – Von der ewigen Gültigkeit der Seele“ sind über die Qualität eines Ortes im Zusammenhang mit dem Phänomen der Zeit die folgenden Ausführungen nachzulesen, die besonders eindrucksvoll für die angesprochene Landschaft des nördlichen Schwarzwaldes und vor allem für Karlsruhe, die „Stadt der Pyramide“, erscheinen mögen:

 

„Verschiedene Punkte eurer Realität können zusammenfallen und tun es gewissermaßen auch. Diese Punkte werden als solche nicht erkannt, gehören aber einer Sphäre an, die ihr doppelte Realität nennen würdet, und erhalten ein großes Energiepotential; sie sind, in der Tat, Koordinationspunkte, an denen die Realitäten miteinander verschmelzen.

 

Selten bedingen geistige Gesetzmäßigkeiten und strukturelle Erscheinungsformen im Sinne einer hermetischen Interpretation einander so sehr wie in der „Sonnenstadt“ Karlsruhe. Wenn im übrigen akzeptiert werden kann, dass die archetypische kosmische Zyklenlehre – in unserer wissenschaftsgläubigen Gesellschaft voreilig als mittelalterliche Astrologie und damit von vornherein als wissenschaftsfeindlich diskreditiert – die Qualität der Zeit, und damit gleichermaßen individuelles wie globales Geschehen, als ganzheitlich begreifbare Geschichte auch im Verständnis der Reinkarnation widerspiegelt und die Geomantie sinngemäß die Qualität des Ortes, dann wird erahnbar und ersichtlich, warum die barocke Stadtgründung von Karlsruhe geradezu zum topographischen Brennpunkt einer raum-zeitlich verdichteten exemplarischen Geomantie und gleichermaßen deutschen Geschichte werden konnte.

Wenn die Qualitäten von Ort und Zeit harmonisieren, widerspiegelt sich eine Idee oder ein Ereignis in der ihr eigenen Form, in der für sie geeigneten Zeit und am nur dafür geeigneten Ort.

 

Dieses gilt für die geschichtliche und damit auch politische Entwicklung von Karlsruhe und Baden und – in einem hermetisch verborgenen Sinn – schließlich für ganz Deutschland in einer ganz besonders auffälligen Weise.

 

Wahrscheinlich war der uralte Genius loci der badischen Residenz auslösender Faktor für die in Deutschland beispielhaften und zwischenzeitlich bekannten geomantischen Studien der Oberrheinebene von Karlsruhe.

Laut Dr. Möller wurde die Stadtgründung Karlsruhe von dem Freimaurer und Stadtkämmerer Förderer von Richtenfels initiiert. Dokumentiert ist, dass der Freimaurer Thomas Jefferson während seiner Europareise Pläne von Karlsruhe als Vorlage für Washington in die USA geschickt hat.

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Das ist ein Kupferstich von ca. 1720, der das große Staatswappen von Marktgraf Karl Wilhelm zeigt. Der Stich strotzt nur so von entsprechender Symbolik.

jenseits_des_nordens_kaspar_hauser_karlsruhe_06Rechts sehen wir Johann Georg Förderer Edler von Richtenfelsim im festlichen Habit eines Bergmanns („Förderer“!) . Johann Georg Förderer Edler von Richtenfels war als markgräflich Baden-Durlachischer Kammerprokurator an der Gründung von Karlsruhe beteiligt. Die ursprünglich Fürderer genannte Familie – Großvater und Vater trugen ebenfalls den Vornamen Johann Georg – gehörte zur höheren oberländischen Beamtenschaft der Markgrafschaft Baden-Durlach.  Seine Kopfbedeckung zeigt 2 umschlungene Initialen C (sieht man hier leider etwas schlecht), die ein Symbol für den Hausorden der Treue sind. In der Mitte unten im großen Bild sieht man Winkel und Zirkel, Planetenzeichen. Links hinten sieht man einen Geomanten, etc. Im Ausschnitt oben sieht man den Hausorden der Treue, ebenso mit den verschlugenen C-Initialen.

 

Hier sind die einzelnen Symbole deutlicher zu sehen:

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Die Gründung der Stadt Karlsruhe

Nach dem Vorbild von Versailles und dem Zeitgeschmack entsprechend, hatten zu Beginn des 18. Jahrhunderts bereits die Baden-Durlach benachbarten und verwandten Fürsten Baden-Badens und Württembergs neue Residenzen in der freien Landschaft errichtet. Ludwig Wilhelm von Baden-Baden verlegte 1705 seine Residenz aus dem zerstörten Baden-Baden ins Schloss Rastatt, das Dorf Rastatt wurde zur dem Schloss vorgelagerten, barocken Planstadt umgebaut. Eberhard Ludwig von Württemberg, der Schwager des Karlsruher Stadtgründers Karl Wilhelm von Baden-Durlach, ließ das Residenzschloss Ludwigsburg errichten, in dessen Nachbarschaft ab 1709 Ludwigsburg als planmäßig angelegte Siedlung entstand.

Der Markgraf Karl Wilhelm ließ sein neues Residenz­schloss nur wenige Kilometer von seiner alten Residenz Durlach entfernt erbauen. Nach der Zerstörung von Schloss und Stadt Durlach durch franzö­si­sche Truppen während des pfälzi­schen Erbfol­ge­krie­ges im Jahr 1689 hatte der damalige Markgraf Friedrich Magnus zunächst mit dem Wieder­auf­bau des Schlosses in Durlach begonnen. Auch Markgraf Karl Wilhelm war dem absolu­tis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis verpflich­tet, das sich im Schloss und in der Stadt wider­spie­geln sollte.

 

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Dank großzü­gi­ger Aufnah­me­be­din­gun­gen für Neubürger wuchs die Stadt Karlsruhe (oben die Stadt Karlsruhe im Jahr 1739 aus nördlicher Blickrichtung gesehen) zunächst zufrie­den­stel­lend, 1719 waren es fast 2.000 Einwohner. Verbrieft wurden erstmals in einer Residenz­stadt Freiheit zur Ausübung aller im Reich tolerier­ten Religionen, darüber hinaus Freiheit von Leibei­gen­schaft und Frondiens­ten, ein Bauplatz nebst Bauma­te­rial, Steuer­frei­hei­ten, eine bürger­li­che Gerichts­bar­keit sowie ein Anhörungs- und Vorschlags­recht für alle Bürger.

 

Weniger weit reichende Privi­le­gien hat es zu dieser Zeit auch in anderen Städten gegeben, aber kein Privi­le­gien­brief war bisher mit solcher Publizität verbreitet worden! 

 

Als Druck­schrift fand er Verbrei­tung außerhalb Badens und erschien auch in franzö­si­schen Zeitungen. Die Neubürger kamen denn auch zu 50 % aus Orten mit mehr als 100 km Entfernung, 18 % stammten von außerhalb des Reiches, vor allem aus Frankreich, der Schweiz, aber auch aus Italien und Polen.

 

ZZjYtJohmZuIisDrei Jahre nach der Stadt­grün­dung legte der Obervogt Johann von Günzer dem Markgrafen am 21. März 1718 einen Wappen­ent­wurf für „dero Residenz Statt Carlsruh“ mit der Bitte vor, diese „auch mit einem Wappen zu begna­di­gen“. Dem entsprach der Markgraf bereits drei Tage später, änderte allerdings die vorge­schla­gene Farbge­stal­tung mit dem eigen­hän­di­gen Vermerk so ab, daß „das Feld roth und der Balken orangegelb mit den schwarzen Buchsta­ben“ zu versehen sei. Von diesem ersten Entwurf war bald allerdings nur noch die Inschrift FIDELITAS (lat. Treue) in der vorge­se­he­nen Form vorhanden, die zusammen mit den Farben an den anläßlich der Stadt­grün­dung gestif­te­ten Hausorden der Treue erinnern sollte.

Das sinnträch­tige Wort FIDELITAS hat bis heute einen festen Platz im Erschei­nungs­bild Karlsruhes. Es gibt einen Mobilen Pflege­dienst, das Bürgeramt hat einen „Raum Fidelitas“ für standes­amt­li­che Trauungen, es existiert ein Fanfa­ren­zug, ein Gesangs- und ein Volkss­port­ver­ein mit diesem Namen, und bis März 2002 gab es sogar einen eigenen Rundfunk­sen­der mit dem bezeich­nen­den Namen „Welle Fidelitas“ in Karlsruhe.

 

Doch fragt man nach der histo­ri­schen Grundlage, auf der diese sprich­wört­li­che TREUE zur eigenen Geschichte fußt, fällt die Antwort nicht selten eher wortkarg aus.

 

Unver­kenn­bar sind bereits die Gründungs­ge­schich­ten des fürst­li­chen Ordens und der späteren Residenz­stadt auf Engste mitein­an­der verwoben. Als Markgraf Karl Wilhelm am Morgen des 17. Juni 1715 mit Gefolge in den Hardtwald fuhr, hatte er an diesem Tage gleich zwei Feier­lich­kei­ten zu begehen: die Stiftung eines Ordens für das fürstliche Haus Baden und die Grund­stein­le­gung zum Turm seines neuen Schlosses. Bezeich­nen­der­wei­se geschah die Ordens­stif­tung zuerst.

Auf „einem Knie liegend“ wurden neun Adlige vom Markgrafen zu Stiftungs­rit­tern des Fideli­tas­or­dens gekürt, denen allein bis ins Jahr 1803 noch 177 Ritter und im 19. Jahrhun­dert so berühmte histo­ri­sche Persön­lich­kei­ten wie Kaiser Napoleon (1806), Fürst Metternich (1815) oder auch Reichs­kanz­ler Otto von Bismarck (1869) folgen sollten. Die Beziehung zwischen Orden und Stadt manifes­tierte sich aber zudem durch die spätere Ämter­be­set­zung innerhalb der lokalen Landes­ver­wal­tung. Schließ­lich waren in der gesamten ersten Hälfte des 18. Jahrhun­derts alle Obervögte von Karlsruhe und Durlach stets auch Ritter des Fideli­tas­or­dens.

Wer sich zu dieser Thematik mehr informieren möchte, der besuche die offiziellen Seiten der Stadt. Dort kann man alles (!) nachlesen und selbst recherchieren. Interessant ist die gesamte Gestaltung der Stadt und sehr symbolträchtig, doch um diesen Artikel hier nicht zu sprengen, werden wir uns nun weiter auf den Orden der Treue konzentrieren.

Der Orden wurde nach der Sitte mit französischem Namen benannt und hieß „Ordre de la Fidélité“. Später wurde er in „Orden der Treue“ umbenannt.

 

„Dieser Orden soll fortan dazu dienen, fremden Souverains ein Pfand unserer Verehrung und Freundschaft darzubieten, – Auswärtigen ein Merkmal besonderer Achtung zu erteilen – und den Ersten Unserer Diener und Unterthanen eine ausgezeichnete Belohnung für große Verdienste um Unser Haus und Land und eine ehrenvolle Anerkennung für bewährte Treue gegen Unsere Person zu verleihen“ (aus den Statuten vom 17. Juni 1840)

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Das Kleinod des Ordens besteht aus einem golden umrandeten, roten achtspitzigen (sogenanntes „Malterserkreuz“) Ordenskreuz mit kleinen goldenen Kugeln auf den Spitzen und goldenen Eckverzierungen (zwischen den Kreuzarmen goldenes Spiegelmonogramm: jeweils zwei verschlungene goldene „C“) sowie einem runden, golden bordierten, Mittelmedaillon. Dieses ist Avers (d.h. auf der Vorderseite) weiß und zeigt mittig über einem grünen Berg ineinander verschlungenen die gespiegelten roten Buchstaben „C“ („Carl“), – angeblich – das Initiale des Ordensstifters Markgraf Carl III. Wilhelm. Darüber als schwarze Inschrift aus lateinischen Großbuchstaben die Devise (= der Wahlspruch des) Ordens: FIDELITAS. Revers besteht das Medaillons aus dem badischen Wappen: rotem Schrägbalken in Gold.

Die goldene Ordenskette (sog. „Collane“) zeigt zwischen den Kettengliedern die verschlungenen Initialen C. Bis zum Ende der Monarchie in Deutschland lassen sich folgende Verleihungszahlen, ohne die Mitglieder des großherzoglichen Hauses, dokumentieren.

  • Orden in Brillanten mit der Goldenen Kette 2
  • Orden in Brillanten 4
  • Stern in Brillanten 4
  • Großkreuz 414
  • Kommandeur mit Stern 18
  • Kommandeur 6
  • Prinzessinen-Dekoration 8

 

Interessant ist es, zu sehen, wem die Orden in Brillianten mit der Goldenen Kette verliehen wurden, denn hiervon wurden seit der Gründung des Ordens nur 2 verliehen.

 

  • 1871 Otto von Bismarck Ordenskreuz in Brillanten an der Goldenen Kette, als Kanzler bestimmte er die Politik des neu geschaffenen Reiches
  • 1902 Adolf von Holzing-Berstett Ordenskreuz in Brillanten an der Goldenen Kette, Mitglieder dieser Familie waren in kurbayrischen, seit dem 18. Jahrhundert in badischen Diensten tätig. Einige von Berstett waren angesehene Straßburger Bürger und sind dort auch als Stättmeister bezeugt. Darüberhinaus nahmen sie führende Positionen in den Ritterkantonen Elsaß und Ortenau ein. Andere standen in österreichischen Militärdiensten, seit dem 18. Jahrhundert auch in badischen Diensten.

 

Ritter des Hausordens der Treue waren unter anderem:

  • Wilhelm I. (1797–1888), Deutscher Kaiser und König von Preußen
  • Friedrich III. (1831–1888), Deutscher Kaiser und König von Preußen
  • Wilhelm II. (1859–1941), Deutscher Kaiser und König von Preußen

 

jenseits_des_nordens_kaspar_hauser_karlsruhe_11Hier sehen wir Erbgroßherzog Friedrich II. von Baden als Stabsoffizier mit Stern des Hausordens der Treue. Als Großherzog war er Großmeister der badischen Orden (Hausorden der Treue, Militär-Karl-Friedrich-Verdienstorden, Orden Berthold des Ersten und Orden vom Zähringer Löwen). Die Ehe Friedrich und seiner Frau Hilda blieb kinderlos. Am 8. August 1927 adoptierten die beiden Berthold, den Sohn von Max von Baden.

 

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